Strukturierter Dialog

Tischtennis trifft Datenschutz

Sportlich und informativ gestaltete sich Sonntag der 05. März 2017 bei den BTV Friesen. Von den jungen Tischtennisspielern des Vereins gab es für die Gesprächspartner aus der Bremischen Bürgerschaft und der Landesbeauftragten für Datenschutz in einer eins zu eins Betreuung einen Crash-Kurs in Sachen Tischtennisspiel. In drei Runden konnten die wiederentdeckten und neu hinzugewonnenen Fähigkeiten direkt getestet werden.

Im Wechsel mit den sportlichen Runden drehte sich alles um das Thema Datenschutz, in dem das Wissen der eingeladenen Gesprächspartner wiederum gefragt war. Rede und Antwort standen

  • Imke Sommer, Datenschutzbeauftragte des Landes Bremen
  • Rainer Hamann, MdBB SPD
  • Mustafa Özturk, MdBB Bündnis 90/Die Grünen
  • Miram Strunge, MdBB Die Linke
  • Peter Zenner, MdBB FDP

 

In der ersten Runde stand der Schutz der eigenen Daten im Mittelpunkt. Die ungute Situation, eigene Daten freizugeben, um z.B. WhatsApp oder Instagram nutzen zu können und damit mit Freunden kommunizieren zu können, war allen bekannt. Auch wenn alle sich einig waren, dass jeder selbst über seine Daten bestimmen sollte und es nervt, wenn nur die Wahl zwischen Nutzung und Nichtnutzung des Angebots besteht, sind keine großen Lösungen in Sicht. Gesetze bestehen bereits oder sind auf dem Weg gebracht, wie z.B. die EU-Datenschutz-Grundverordnung, die 2018 in Kraft tritt, aber leider musste auch festgestellt werden, dass viele Unternehmen sich bislang über bestehende Gesetze hinweg setzen.

In der zweiten Runde ging es um die Verwertung und das Sammeln von Daten seitens von Unternehmen, um den kommerziellen Nutzen und möglichst viele Daten von einzelnen Personen zur Verfügung zu haben. Und auch hier ist wieder jeder einzelne gefragt, aufmerksam zu werden, wenn Apps umsonst angeboten werden und Angebote wie z.B. Paypal kritisch zu hinterfragen. Am Ende hat alles seinen Preis.

In der dritten Runde stand die Frage nach den Möglichkeiten über der Diskussionsrunde, dem Ganzen zu begegnen. Medienbildung an der Schule und in der Freizeit passiert bereits in einzelnen Projekten, sollte aber noch ausgebaut werden, Beschwerdestellen, wie bei der Landesdatenschutzbeauftragten für Datenschutz, können genutzt werden, Menschen in der Politik sollten immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Blick haben und diese sich von denen der Unternehmen unterscheiden, dies alles ersetzt aber nicht, dass  jeder_r sich informieren und kritisch nachfragen bzw. lesen sollte, wenn er_sie im Netz unterwegs ist.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Bremer Sportjugend und den BTV Friesen durchgeführt.

Das schmeckt mir nicht! Ein strukturierter Dialog im Rahmen eines Tischtennisturniers

„Tischtennis mal anders“ oder auch „Politik mal sportlich“ – das waren die Leitgedanken der sportlichen Diskussion am 28. Mai 2016 in der Sporthalle von TURA Bremen. Die Veranstaltung wurde vom Diakonischen Werk Bremen e.V., dem Bremer Jugendring, TURA und der Bremer Sportjugend gemeinsam realisiert. Gefördert wurde die Veranstaltung durch „Erasmus+ Jugend“ (Programm der Europäischen Union). 
Im „Kaisertisch“-Modus ging es für die etwa 20 Teilnehmenden an die Tischtennisplatten. Dort  haben die Paare – je ein politischer Gast und ein Partner aus dem Publikum – dann in kurzen Intervallen gegeneinander gespielt. Gemeinsam haben sie ihr Bestes gegeben und als die Runde vorbei war, wurde diskutiert. Zwei Themenblöcke standen bei der Diskussion im Mittelpunkt: Schulessen und Freizeit.
Als Gäste aus Politik und Verbänden waren vor Ort: Oguzhan Yazici (CDU/MdBB), Petra Krümpfer (SPD/MdBB), Tobias Genz (Tischtennisverband) und Dr. Jürgen Stein (Diakonisches Werk Bremen e.V.).

„Bei der Veranstaltung wurden dringend nötige neue Wege im Gespräch zwischen Jugendlichen und Politiker/innen und Vertreter/innen von Verbänden gesucht und gefunden. In der Mischung aus dem gemeinsamen Spiel, hier an der Tischtennisplatte, und der konzentrierten Diskussion über Themen aus dem Leben der Jugendlichen liegt eine große Chance – nicht nur für Fragen der Gesundheit“, betonte Dr. Jürgen Stein, Verbandskoordinator und stellvertretender Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bremen e.V.

Zum Thema Schulessen äußerten die Jugendlichen viele Wünsche – so zum Beispiel die Vielfalt, Qualität und Ausgewogenheit im Angebot, mehr Auswahl bei den vegetarischen Angeboten und die Möglichkeit,  Speisenpläne im Internet abzurufen. Das Fazit der Diskussion war deutlich: Alle Schulen sollten verpflichtet werden, ihre Schülerschaft am Essensangebot zu beteiligen.

Beim Themenblock Freizeit wurde vor allem die zeitliche Kollision zwischen Schulangeboten und Vereinstraining kritisiert. Aber auch mehr Auswahl an Arbeitsgruppen haben sich die Jugendlichen gewünscht. Das Fazit: Junge Leute wollen individuell entscheiden, wie sie ihre Zeit gestalten. Schulleitungen sollten von politischer Seite verpflichtet werden, sich gegenüber Vereinen im Stadtteil zu öffnen und Kooperationen einzugehen.

Für die Anwesenden war die anregende Diskussion schon ein Gewinn – trotzdem haben natürlich auch die Kaisertisch-Gewinner ihre wohlverdienten Preise erhalten.